DSTTP - Newsletter 1/11 - Energieforschungsprogramm der dt. Bundesregierung veröffentlicht – Ergebnisse der DSTTP-Forschungsstrategie weitgehend übernommen

Energieforschungsprogramm der dt. Bundesregierung veröffentlicht – Ergebnisse der DSTTP-Forschungsstrategie weitgehend übernommen

Am 3. August 2011 wurde das 6. Energieforschungsprogramm der Bundesregierung mit dem Titel "Forschung für eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieforschung" verabschiedet. Es ist auf zwei klare Schwerpunkte ausgerichtet: erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Impulse für Forschungsfelder sollen vor allem aus der Wirtschaft gegeben werden. Verstärkt wird auf eine strategische Fokussierung, ressortübergreifende Zusammenarbeit, international Kooperation sowie eine Abstimmung unter den Ministerien gesetzt. Die Zuständigkeiten zwischen den Ministerien bleiben aber weitgehend bestehen. So wird das BMU weiterhin erneuerbare Energien fördern, das BMWi Energieeffizienz und konventionelle Energietechnologien, das BMBF die Grundlagenforschung und institutionelle Forschung sowie das BMELV solche zu Wärmeträgern aus Biomasse. Die Initiativen zu Energiespeichern, Netzen sowie Solares Bauen – energieeffiziente Stadt sind ressortübergreifend ausgelegt. Das gesamte Energieforschungsbudget für alle Technologien soll von 618 Mio. € im Jahr 2010 auf 1007 Mio. € im Jahr 2014 angehoben werden. Eine deutliche Steigerung verzeichnen dabei insbesondere die Projektförderung des BMU mit ca. 38 Mio. zuzüglich 91 Mio. aus Energie- und Klimafonds, sowie das BMWi mit ca. 92 Mio. € aus demselben Fonds. Über alle Ministerien verteilt soll die Förderung für die Forschung an Erneuerbaren Energien von 205.142 Mio. € (2010) auf  425.912 Mio. € (2014) steigen. Der Großteil dieser Steigerung speist sich aus geplanten Einnahmen aus dem Energie- und Klimafonds.

Für den BSW-Solar und die Solarwärmebranche als großer Erfolg zu bewerten ist die Tatsache, dass die Ergebnisse der vom BSW-Solar koordinierten Deutschen Solarthermie-Technologie Plattform (DSTTP) deutlichen Niederschlag im Energieforschungsprogramm gefunden haben Diese wurden Ende 2010 in der „Forschungsstrategie Niedertemperatur-Solarthermie 2030“ zusammengefasst und veröffentlicht. Auf dem Gebiet der Niedertemperatur-Solarthermie gefördert werden dementsprechend die Kollektortechnik, Systemtechnik und –integration, Solare Kühlung und Prozesswärme sowie die Wärmespeicherung. Erfreulich ist auch die systemische Einbindung der Technologie in die Gebäude- und Stadtentwicklungsplanung. Eine diese wichtigen Aspekte betreffende ressortübergreifende Förderinitiative von BMBF, BMU, BMWi und BMVBS soll demnächst ins Leben gerufen werden. Schwerpunktmäßig wird die Förderung für die Solarwärme beim BMU angesiedelt sein mit Ausnahmen von solar unterstützten Nahwärmesystemen (BMWi-Förderinitiativen EnEff:Stadt u. EnEff:Wärme) sowie der Gemeinschaftsinitiative Energiespeicher.

Link zum 6. Energieforschungsprogramm der Bundesregierung

Link zur Forschungsstrategie Niedertemperatur Solarthermie 2030


Einladung zur 2ten Jahreskonferenz der Renewable Heating & Cooling Technology Platform, Budapest, 05./06. Mai 2011

Die Bundesregierung will die Umstellung auf Erneuerbare Energien nun schneller wie geplant voranbringen. Wir hoffen sehr, dass sich das nicht nur auf den Strom, sondern auch auf die Wärme bezieht. Die Anpassungen des Marktanreizprogramms waren ein erster Schritt, der aber sicher noch nicht ausreicht.

Die DSTTP-Forschungsstrategie hat in den Ministerien eine gute Resonanz gefunden.  Um die Rolle der Solarthermie  im 6. Energieforschungsprogramm, das bis zum Sommer verabschiedet werden soll, zu stärken ist es aber weiterhin wichtig, die DSTTP Forschungsstrategie an möglichst viele EntscheiderInnen aus dem politischen Umfeld zu verteilen und auf das hohe Potential der Solarthermie hinzuweisen.

Heute möchten wir Sie herzlich zu einer sehr wichtigen Konferenz auf europäischer Ebene einladen. Die

2nd Annual Conference of the European Technology Platform on Renewable Heating and Cooling
findet am 5. und 6. Mai 2011 in Budapest/Ungarn statt.

Ende 2008 ist die europäische Solarthermie-Technologieplattform ESTTP zur europäischen Technologieplattform für Wärme und Kälte RHC-platform erweitert worden. Damit hat die Solarthermie eine sehr wichtige Unterstützung geleistet für einen gemeinsamen Auftritt von Wärme- und Kältetechnologien auf Basis von Biomasse, Geothermie und Solarthermie. Die drei Bereiche sind in eigenständigen Panels organisiert. Sie werden ergänzt durch das „Cross Cutting“-Panel, das sich um Hybrid-Systeme und Wärmepumpen, Nahwärmeanlagen, Speicher und Kühltechnik kümmert.
Die RHC-platform hat sehr enge Kontakte zur EU-Kommission mit der Generaldirektion Energie von Energiekommissar Öttinger. Die stellvertretende Direktorin, Frau Donelly, wird bei der Konferenz sprechen. Die EU Kommission finanziert auch das Sekretariat der Plattform.
Es wäre nun sehr wünschenswert, wenn möglichst viele deutsche Solarthermievertreter aus Industrie und Forschung zur Konferenz kommen.

Die Konferenz ist sehr interessant, da:

  • die Themen im „Cross Cutting-Panel“ neue Chancen für die Zusammenarbeit zur Entwicklung von Hybridsystemen, Speichern etc. bietet,
  • das Solarthermie-Panel neue Aktivitäten in der europäischen Solarthermie-Forschung vorstellen und die Pläne zur Erarbeitung einer Solarthermie-Technologieroadmap auf Basis der Forschungsstrategie aus dem Jahr 2008 vorstellen wird,
  • Die EU-Kommission wird über das EU-Forschungsprogramm für Wärme und Kälte aus Erneuerbare Energien sprechen und hat eine Erhöhung der Finanzmittel angekündigt und
  • Das Thema „Smart Cities“ und die Beteiligung von Solarthermie, Biomasse und Geothermie wird vorgestellt werden, für den Juli ist eine erste europäische Ausschreibung für Smart-Cities angekündigt, die auch für die Solarthermie sehr interessant sein könnte.

Es lohnt sich also, nach Budapest zu kommen.


Wir würden uns deshalb sehr freuen, Sie dort zu treffen, auch wenn in der Folgewoche schon das Solarthermiesymposium in Staffelstein stattfindet.

Mit sonnigen Grüßen

Gerhard Stryi-Hipp, Volker Wittwer, Harald Drück

Anmeldung und Infos: http://www.rhc-platform.org